Wie finde ich einen guten und zuverlässigen Übersetzer?

Sie benötigen eine Übersetzung von einem externen Dienstleister und wissen nicht, worauf Sie bei der Auswahl des Übersetzers achten sollten?

Übersetzer und Dolmetscher gibt es auf dem Sprachdienstleistungsmarkt viele – doch worauf ist bei der Auswahl zu achten? Wir möchten Ihnen einen Wegweiser an die Hand geben, der Sie bei der Suche eines geeigneten Übersetzers unterstützen soll.

Woran erkennen Sie einen guten Übersetzer?

Es gibt einige Hinweise, mithilfe derer Sie einen guten und vertrauenswürdigen Übersetzer im Voraus erkennen können. Wenn der Übersetzer folgende Qualitätsmerkmale vorweisen kann - möglichst in Kombination - haben es sehr wahrscheinlich mit einem Profi-Übersetzer zu tun:

  • Auf dem Sprachdienstleistungsmarkt gibt es eine unüberschaubare Anzahl an „Übersetzern“, denn die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Übersetzer sind nicht selten Aus- und Umsteiger bzw. Quereinsteiger, die die jeweiligen Sprachen nicht studiert haben. Ein Nachweis einer Universität, Technischen Hochschule, Fachakademie oder Berufsakademie und/oder ein vergleichbaren Abschluss in Sprachwissenschaft bzw. Linguistik sollte deshalb vorhanden sein.
  • Er hat bereits mehrere Jahre Berufserfahrung, denn ohne Praxiserfahrung ist auch ein diplomierter Übersetzer nicht unbedingt ein „guter Übersetzer“.
  • Idealerweise ist die Zielsprache, in die Ihr Text übersetzt werden soll, die Muttersprache des Übersetzers. Nur so kann sicher vermieden werden, dass der Text „nach Übersetzung klingt“.
  • Er hat kontinuierlich an Fort- und Weiterbildungen teilgenommen.
  • Er hat sich auf ein oder mehrere (meistens 2-3) Fachgebiete spezialisiert.
    Achtung: bei zu vielen Fachgebieten sollten Sie skeptisch sein!
  • Vor dem Übersetzen prüft er den Ausgangstext genau auf Plausibilität und eventuelle Fehler und zeigt keine Scheu, diese offen bei Ihnen als Auftraggeber anzusprechen.
  • Egal ob freiberuflicher Übersetzer oder Agentur: Ein wichtiges Auswahlkriterium ist die professionelle Präsenz im Web, das heißt eine ordentliche, gut formatierte Website ohne Rechtschreibfehler.
  • Eine Mitgliedschaft in Berufsverbänden (z. B. BDÜ, ATA (American Translators Association) oder VbdÜ (Verein der beeidigten Übersetzer und Dolmetscher) auf die Kompetenz des Sprachdienstleisters hin. Denn für die Aufnahme in einem solchen Berufsverband, muss der Übersetzer gewisse Aufnahmekriterien erfüllen.
  • Die Auszeichnung „gerichtlich beeidigter Übersetzer“ lässt ebenfalls eine professionelle Ausbildung erkennen und ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal. (Erfahren Sie hier mehr zum Thema Beglaubigte Übersetzungen -->)
  • Keine Scheu vor Probeübersetzungen: Ein guter Übersetzer oder eine Übersetzungsagentur haben nichts zu befürchten und bieten daher Interessenten und Neukunden häufig von sich aus eine kostenlose Probeübersetzung an. Teilweise ist auch ein geringeres Honorar bei der Probeübersetzung gängig. Klären Sie das am besten direkt mit dem Übersetzer oder dem zuständigen Büro ab. In jedem Fall ist eine Probeübersetzung ein probates Mittel, um die Zusammenarbeit sowie die Qualität der Übersetzung zu testen. Wählen Sie den zu übersetzenden Probetext hinsichtlich Ausdrucksniveau, Komplexität, Fachgebiet und Sprachkombinationen so aus, dass er so nah wie möglich am Originaltext liegt.
  • Wie gestaltet sich das Zeitmanagement des Übersetzers? Ein professioneller Übersetzer ist in der Lage, täglich zwischen 1.200 bis 1.500 Wörtern oder zwischen 150 und 185 Normzeilen zu übersetzen. Fragen Sie den Übersetzer Ihrer Wahl daher, welches Wortvolumen er in welcher Zeit in der Lage ist zu übersetzen.
  • Idealerweise verfügt der Übersetzer über Referenzen, die er Ihnen gerne zur Ansicht gibt. Hier verhält es sich wie bei der Probeübersetzung: Ein guter Übersetzer hat nichts zu verheimlichen, jedoch viel vorzuweisen.
  • Wie bei vielen Produkten und Dienstleistungen ist auch bei Sprachdienstleistungen die Empfehlung aus dem privaten oder beruflichen Netzwerk oftmals Gold wert. Auch die Referenzseite eines Übersetzers oder einer Übersetzungsagentur kann Aufschluss über die Güte der Übersetzungen geben.
  • Er versteht es, mit elektronischen Hilfsmitteln zu arbeiten. Dazu gehören Softwaresysteme um Terminologiedatenbanken zu verwalten, Desktop Publishing-Programme und Translation-Memory-Systeme.

Was darf eine Übersetzung kosten?

Grundsätzlich ist der Tarif zwischen Übersetzer und Auftraggeber frei verhandelbar. Bei fachlich und sprachlich anspruchsvollen Texten, die eventuell auch einen hohen Formatierungsaufwand erfordern, wird meist ein höherer Preis angesetzt als bei gemeinsprachlichen Texten. Üblicherweise wird der Preis eines Textes in Deutschland anhand der Anzahl der Zeilen oder der Gesamtwortzahl festgelegt. Für beide Varianten gibt es spezielle Programme zum Auszählen der Wörter bzw. der Zeilen. Für eine Angebotskalkulierung wird meist der Quelltext herangezogen. Achten Sie auf ein möglichst detailliertes Angebot. Damit erhalten Sie die größtmögliche Transparenz für Ihre Kostenkalkulation.

Manche Übersetzer erstellen ihre Rechnung auch anhand des Zieltextes, sofern kundenseitig vorab kein Festpreisangebot vereinbart wurde.

Bei Eil-, Wochenend- und Expressübersetzungen ist ein Preiszuschlag durchaus üblich. Dieser ist bei Agenturen meist festgelegt. In jedem Fall ist zu empfehlen, den Preis im Voraus zwischen beiden Parteien abzuklären, um später unnötige Differenzen zu vermeiden.

Lediglich die Übersetzungs- und Dolmetschdienstleistungen im Bereich der Justiz sind per Gesetz geregelt. Das Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz (JVEG) bietet besonders Berufseinsteigern und interessierten Auftraggebern eine preisliche Orientierungshilfe.

Prinzipiell wird der Endpreis einer Übersetzung durch folgende Faktoren bestimmt:

  • inhaltlicher Schwierigkeitsgrad (Fachgebiet und terminologische Ansprüche)
  • technischer Schwierigkeitsgrad (Softwareanforderungen, Lesbarkeit des Textes etc.)
  • Terminierung: Normal- oder Eilauftrag
  • Auch eine exotische Sprache oder seltene Sprachkombination kann sich auf den Preis der Übersetzung auswirken.

     

Lassen Sie sich von den Sprachdienstleistungsagenturen, Übersetzerbüros oder freiberuflichen Übersetzern genau erklären, auf welcher Grundlage der Angebotspreis zustande kommt bzw. zu rechtfertigen ist. Sie als Kunde sollten bei der Übersetzungsagentur Ihrer Wahl ein sicheres Gefühl haben und sich rundherum bestens beraten fühlen.

Vor- und Nachteile von Übersetzungsagenturen

Wir möchten Ihnen die Entscheidung, ob Sie lieber selbständig auf die Suche nach einem für Sie passenden Übersetzer gehen oder eine Übersetzungsagentur damit beauftragen, erleichtern. Daher sind hier die Vor- und Nachteile aufgelistet, die für und gegen die Zusammenarbeit mit einer Sprachdienstleistungsagentur sprechen:

Vorteile einer Sprachdienstleistungsagentur:

  • Gute Übersetzungsagenturen haben Know-How & Routine. Schließlich kümmern sie sich jeden Tag um das Rekrutieren von Profi-Übersetzern. Ihr Anliegen ist die perfekte Vermittlung zwischen Kunde und Übersetzer.
  • Agenturen verfügen oftmals über langjährige Branchenerfahrung. Teilweise sind auch die Mitarbeiter selbst professionelle Dolmetscher und Übersetzer.
  • Eine gute Übersetzungsagentur zeichnet sich durch eine eingehende Beratung Ihrer Kunden aus und nimmt alle speziellen Anforderungen, Besonderheiten und Wünsche auf, um sie bei der Auswahl des Übersetzers zu berücksichtigen.
  • Sprachdienstleistungsagenturen arbeiten meist nur mit Profi-Übersetzern zusammen. Übersetzungen unterliegen hohen Qualitätsstandards. Hier besteht man häufig nicht nur auf Abschlusszeugnisse und Zertifikate der Bewerber, sowie Arbeitsproben und Expertisen, sondern prüft die Übersetzer eingehend mittels Probetexten in den angegebenen Fachgebieten. Erst nach erfolgreichem Bestehen dieses strengen Aufnahmeverfahrens, werden die freiberuflichen Übersetzer von der Agentur aufgenommen und kommen für Kundenaufträge in Frage. Sprachdienstleistungsagenturen nehmen damit dem Übersetzer-Suchenden eine sehr zeitintensive Recherche ab.
  • Übersetungsagenturen bieten Übersetzungen nur qualitätszertifiziert an. Dies bedeutet, dass bei Textübersetzungen strenge Qualitätsrichtlinien der europäischen Qualitätsnorm DIN EN 15038 für Übersetzungs-Dienstleistungen eingehalten werden müssen.
  • Auch bei Eilaufträgen haben Sprachdienstleistungsagenturen wie zum Beispiel lingoking zuverlässige Übersetzer zur Verfügung, auf die sie jederzeit zurückgreifen können.
  • Ein einzelner Übersetzer kann krank werden oder private Ausfallgründe haben. Bei einer großen Agentur haben Sie immer die Sicherheit, dass Ihr Übersetzer adäquat und schnell ersetzt werden kann.
  • Agenturen können häufig mit einer großen Sprachenvielfalt punkten. Durch die Zusammenarbeit mit einer großen Anzahl an freiberuflichen Übersetzern bieten Sprachdienstleistungsagenturen teilweise bis zu 60 Sprachkombinationen.
  • Manche Agenturen bieten Ihren Firmenkunden an, einen eigenen Übersetzerstamm für Ihre Fachübersetzungen aufzubauen, auf den Sie sich jederzeit verlassen können.
  • Übersetzungsagenturen bieten Sicherheiten:

    • Übersetzer, die für Agenturen tätig sind, müssen in der Regel eine Verschwiegenheitserklärung (NDA) unterzeichnen.
    • Seriöse Sprachdienstleistungsanbieter sind gegen Übersetzungsfehler versichert. Ein Freelancer bietet diese Form der Absicherung nicht unbedingt.
    • Zudem drohen bei Nichteinhaltung von Verschwiegenheitserklärungen oder sonstigen Verstößen gegen Verträge hohe Vertragsstrafen.

Nachteile einer Sprachdienstleistungsagentur:

  • Die Kosten einer Agentur können ggf. höher liegen als bei einem Direktauftrag eines freiberuflichen Dolmetschers. Dies ist aber immer abhängig vom jeweiligen Anbieter und variiert auf dem Sprachdienstleistungsmarkt stark.
  • Aus Datenschutzgründen können Sie bei Agenturen zunächst meist keinen direkten Kontakt mit dem Übersetzer aufnehmen. Nach Auftragserteilung ist dies aber grundsätzlich möglich und bei seriösen Agenturen sogar erwünscht.

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